03.02.2015 / Presseinformation Nr.: 2/15

Jobcenter auf erfolgreichem Weg

LÖRRACH. Zehn Jahre Hartz IV: Für Jürgen Albrecht ist der runde Geburtstag kein Grund zum Jubeln. Mit dem im Kreis Lörrach Erreichten ist der Geschäftsführer des Jobcenters aber durchaus zufrieden. „Wir haben ein gutes Jobcenter“, befand Norbert Sedlmair von der Arbeitsagentur am Dienstag vor der Presse. Auch Landrätin Marion Dammann sieht die gemeinsame Einrichtung von Landkreis und Agentur „auf einem erfolgreichen Weg“. Zahlen und Daten
Die Fakten untermauern diese Einschätzungen: So ist die Zahl der Hartz IV-Haushalte seit dem Höchststand im Sommer 2016 mit 6364 um mehr als 2000 zurückgegangen. Die Hartz IV-Quote im Landkreis liegt mit 4,7 Prozent mittlerweile unter dem Landesdurchschnitt. Die Arbeitslosigkeit ist bei den Klienten des Jobcenters so niedrig wie nie zuvor. Die Zahl derer, die in den Arbeitsmarkt integriert werden, geht zwar zurück; die Quote ist aber stabil. Der Bestand an Langzeitleistungsbeziehern sinkt stetig. Die Kundenzufriedenheit ist mit der Note 2,57 durchschnittlich. Unter den 38 Einrichtungen im Land belegte das Jobcenter, das die ihm zur Verfügung gestellten Mittel fast komplett einsetzt, zuletzt Rang zwei.

Bilanz des Jobcenters
Jürgen Albrecht erinnert an die Zeit vor 2005, als die Menschen zwischen Sozial- und Arbeitslosenhilfe hin- und hergeschoben wurden. Mit Hartz IV hatte der „Verschiebebahnhof“ ein Ende. Die Menschen bekommen alle Leistungen aus einer Hand. Erstmals werden zudem alle Klienten in die Aktivierung einbezogen. Der Geschäftsführer verschweigt nicht, dass es immer schwieriger wird, die ganz problematischen Fälle mit zahlreichen Vermittlungshemmnissen in Arbeit zu bringen. Zwei Drittel der Kunden seien davon ganz weit entfernt. Zwar bekommt das Jobcenter immer weniger Mittel zum Integrieren. Es sei bisher aber noch keinem motivierten Kunden eine Förderung verwehrt worden. Im Gegenteil: Mangels freiwilligen Teilnehmern musste im vergangenen Jahr beispielsweise eine geplante Umschulung zu Altenpflegehelfern gestrichen werden.

Sicht des Landkreises
„Es gibt nichts, was man nicht besser machen könnte“, sagt Marion Dammann. Trotzdem sieht sie das Jobcenter auf einem erfolgreichen Weg, begünstigt durch die wirtschaftliche Lage, aber auch weil die Angebote den Erfordernissen angepasst wurden. Das Zusammenwachsen von Arbeitslosen- und Sozialhilfe, der Blick auf die Gesamtperspektive habe den Menschen gut getan, ist die Landrätin überzeugt. Die Verzahnung arbeitsmarktpolitischer Instrumente und kommunaler Daseinsvorsorge sei deutlich besser geworden. Stichworte sind die Schuldnerberatung, die psychosoziale Betreuung und die Rundumversorgung durch Fallmanager. Das Jobcenter fülle den Kerngedanken der Hartz IV-Reform, zu fördern und zu fordern, mit Leben, sagte die Landrätin. Kreis und Agentur arbeiteten mittlerweile vertrauensvoll zusammen und stellten sich neuen Herausforderungen, etwa einer steigenden Zahl von Flüchtlingen, die rasch integriert werden sollen.

Blick der Arbeitsagentur
Das war nicht immer so. Denn im Jobcenter seien durch die beiden Träger zwei ganz unterschiedliche Kulturen aufeinandergetroffen, erläutert Norbert Sedlmair, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Arbeitsagentur Lörrach: der Landkreis, der eher die soziale Komponente im Sinn hat, und die Agentur, die Menschen möglichst zügig in Arbeit bringen will. 2010 wollte die Kreisverwaltung die Hartz IV-Betreuung gar ganz in die eigene Hand nehmen; der Kreistag stimmte aber mehrheitlich für eine Fortsetzung als gemeinsame Einrichtung. Sedlmairs Fazit: Die Klienten haben von der funktionierenden gemeinsamen Arbeit einen Gewinn.

Perspektive und Wünsche
Die Aussichten für 2015 werden als gut bewertet: Bleibt der Arbeitsmarkt, wie er ist, erwartet Sedlmair keine drastische Zunahme der Hartz IV-Bezieher. Der starke Franken könne dazu beitragen, dass der eine oder andere in Handel oder Gastronomie unterkommt. Was ist noch zu tun? Albrecht nennt die einheitliche Bezahlung der Mitarbeiter aus Landratsamt und Arbeitsagentur. Auch mehr Angebote für schwierige Fälle, die einen sozialen Arbeitsmarkt bräuchten, mahnt der Geschäftsführer an; für die Bürgerarbeit gibt es kein Nachfolgemodell. Für Sedlmair steht eine engere Vernetzung mit dem Jugendamt auf der Agenda.

JOBCENTER KREIS LÖRRACH

Die gemeinsame Einrichtung von Landkreis und Arbeitsagentur, die bis 2011 GAL hieß, betreute im Dezember 4518 Haushalte, die Leistungen nach Hartz IV beziehen und in denen knapp 8400 Menschen leben. Von den 130 Mitarbeitern, die je etwa zur Hälfte in den Bereichen Leistung und Vermittlung tätig sind, kommen ein Viertel vom Landkreis, gut die Hälfte von der Arbeitsagentur, der Rest von Bahn, Post und Telekom.       

Quelle: 
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